ʟᴏᴇᴡᴇɴᴢᴀʜɴʙʟᴜᴇᴛᴇɴᴋᴏᴘғ

Pusteblumenerinnerung


Sommersprossen tanzen im warmen Schein über deine Wangen. Aus den gelben Blüten strömt ein lieblicher Duft und auf der Sommerbrise schwirren Marienkäfer und Hummel durch die Luft.
Zwischen deinen Lippen hängt gelber Staub. Deine Nase glitzert davon. Bäuchlings graben wir die Finger in diese Sommerwiese. Dominiert von Löwenzahn. Vom Gelb das ihre füllt.
Versprechen stumm dem euphorischen Gefühl freien Lauf zu lassen.
Legen die Köpfe ins hohe Gras. Schielen vorbei an den grünen Halmen in das Blau des Anderen. Leckst dir über die Lippen. Das Blau des Himmels funkelt auf deinen Wagen und die Wolken schwimmen in deiner Iris um die Wette.
„Sag mal, wie schmeckt der Sommer eigentlich?“
Deine Stimme flüstert gegen die Halme und lässt sie im Hauch tanzen. Fröhlichkeit taumelt in deinen Verstand. Ich kann es sehen, weil du zu lächeln beginnst. Deine Zungenspitze lugt durch deine Zähne. Leckst frech an einer gelben Blüte. Einfach so.
„Etwas staubig, aber süß!“
Noch bevor ich mich wundern kann, lachst du. Und was klemmt da plötzlich zwischen dem Weiß deiner Zähne und dem Rot deiner Lippen?
Ein Löwenzahnblütenkopf. Deine Spucke sammelt sich im Kelch und tropft auf das Grün um uns herum. Die einzelnen Blüten verklebt und zusammen gepappt.
Ich muss lachen, wie du da so neben mir liegst deinen Kopf voller Wolken und zwischen deinen Lippen gelbe Blüten. Kleben dir auf der Haut, völlig chaotisch verteilt.
„Lass mich mal kosten, sag ich!“
Doch ohne die Antwort abzuwarten, lehne ich an deiner Schulter und lecke über den gelbgrünen Strunk in deinem Gesicht.
Man hört uns kichern, wie verrückte Kinder. Die zugekniffen wegen der Sonne über unseren Köpfen. Glucksen wie Limonadenwasser in einer Glasflasche laut vor uns hin.
Als ich vom Lachen endlich wieder sehen kann, bemerke ich, dass sich beim Ablecken des halben Blütenkopfes sich einzelne Blüten gelöst haben. Angeklebt mit meiner Spucke glitzern sie auf deinen Wagen. So verziert also der Sommer und die Sonne dein Gesicht.
Wir mit Löwenzahnblütenköpfen zwischen den Lippen rupfen die Blüten aus den Kelchen und kleben sie uns ins Gesicht und dann müssen wieder welche dran glauben. Wie Schafe auf der Weide grasen wir bäuchlings das Meer aus Löwenzahn ab. Und wir enden auf einander liegend dein Kopf auf meiner Brust mit ganz viel gelben Sprenkeln um Gesicht und genauso orangefarbenen Tupfern in den Haaren.
Ich gebe nur flüsternd zu bemerken: „Ja, etwas staubig!“
Und schon wieder lachen wir. Den Sommer gerade konserviert in Blütensommersprossen und dem Kichern unserer Herzen.




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