𝕋𝕣𝕒𝕚𝕝𝕖𝕣𝕔𝕠𝕦𝕣𝕥. *

Die Hitze in den Pools kocht ein Süppchen aus Melancholie und Blech.


Ein zäher, dunstiger Morgen krabbelt zu uns unter die warme Decke. Die Hitze vom Vortag liegt in Perlen auf den Trailern des Platzes vor der Stadt. Der Staub pappt an den feuchten Gummis und macht die lange nicht genutzten Scheinwerfer und Spiegel blind. Die Lacksteife Anhänger verzerrt und schief. Abgeblättert an einigen Stellen und mächtig kleine aufblasbare, quietschbunte Plastikpools zwischen den alten Autos und den rostigen Wohnungen auf Rädern. 
Der Wüstensand färbt das Wasser orange und umhüllt mit der gleißenden Sonne die bauchigen Ränder, worin nur noch algiges Wasser steht.
Die Kälte hat alles schimmern lassen und lässt sich jetzt geduldig von der Sommerhitze aufnehmen. Die sternklare Nacht hatte es angekündigt. Ein weiterer Tag, an dem die Hitze die Thermometer und ihre Quecksilberbäuche zum Bersten bringen würde. Es nützte nichts sie auszutauschen, sie hätten kein langes Leben. Nach dem stummen aus den Betten quälen, um der aufkommenden Hitze etwas entgegen zu setzen, findet man sie sitzend zwischen dem Staub, den Trailern und Pools auf den alten, ollen Campingstühlen wieder. Vergruben die Zehen im noch kühlen, feuchten Sand.
Kippen hin und wieder leichtsinnig mit den Stühlen gegen das kühle Blech. Kühle tanken bevor sie sich verabschiedet - für die nächsten 16 Stunden.
Es war ein Jagen. Von Kälte zu Wärme und das jeden Tag aufs Neue. Eine Sommermelancholie geboren im Wüstensand und verstärkt durch das Flimmern der Luft jeden Tag um sie herum.
Gegen Mittag würden nur noch Köpfe und Hüte aus den Pools ragen. Alle träge sein, wie Katzen in der Mittagssonne auf dem Pappdach der blechernen Herde.
Hin und wieder würde etwas Wasser nachgekippt werden, denn die Sonne ist durstig. Auch hier die Farben von grell in Pastell gewandert über die Jahre. Badehose, Bikini und Badeanzug fast zu viel für die brodelnde Haut. So wird der Stoff von Monat zu Monat dünner, bis er verschwindet oder nachgibt. Doch auch das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Nicht aufzuhalten diese Hitze - selbst denken bringt zum Schwitzen.



 



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